News Windkraftwerke in den Alpen? Nicht um jeden Preis!

  • 13. Dezember 2018
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Fotograf: © Naturfreunde / Walter Mietschke, Fotocredit: © Naturfreunde / Walter Mietschke

In den letzten Jahren wurde in Österreich, in erster Linie im Flachland, massiv in den Ausbau der Windkraftnutzung investiert. Da auf den hohen Bergen der Alpen immer wieder starker Wind weht, wäre es naheliegend, auch auf diesen Windkraftwerke zu errichten. Doch dies ist oft sowohl aus Gründen des Landschafts- und Naturschutzes als auch wirtschaftlich gesehen nicht zielführend. 
 
Das neue Factsheet gibt einen Einblick in das komplexe Thema „Windkraft in alpinen Regionen“. Es beschäftigt sich anhand zahlreicher Beispiele mit den Auswirkungen von Windkraftprojekten und den damit verbundenen Problemen. Damit bietet es eine Hilfestellung für die grundsätzliche Beantwortung von Fragen im Spannungsfeld zwischen (vorbehaltloser) Förderung erneuerbarer Energieträger zur Vermeidung von CO2-Emissionen und absolutem Landschafts- und Naturschutz. Das Factsheet zeigt, was bei Windkraftprojekten grundsätzlich zu beachten ist, und kann daher auch als Unterstützung bei der Entscheidungsfindung vor Ort dienen.
 
Um eine differenzierte Betrachtung des oft konfliktreichen Themas Windkraft in den Alpen zu ermöglichen, haben die Naturfreunde Alpen- und Energieexperten sowie Umweltschützer dazu eingeladen, für dieses Factsheet ihre Ansichten zum Thema „Windkraft in alpinen Regionen“ darzulegen: Prof. Dr. Reinhold Christian, Präsident des Forums Wissenschaft & Umwelt, Dr. Reinhard Gschöpf, Geschäftsführer der CIPRA Österreich, Prof. Mag. Sepp Friedhuber, Biologe, Fotograf, Autor, ehemaliger langjähriger Alpinreferent der Naturfreunde Österreich und aktiver Naturschützer, und Herbert Jungwirth, Naturschutzreferent des Landesverbands Oberösterreich des Österreichischen Alpenvereins, Mag. Manfred Pils, Energieexperte und Präsident der Naturfreunde Internationale, sowie Dr. Gábor Wichmann, Geschäftsführer der Vogelschutzorganisation BirdLife Österreich, nehmen zum Thema Stellung. 
 
Das gesamte Factsheet finden Sie unter www.umwelt.naturfreunde.at.
 

Positionen der Naturfreunde zum Thema Windkraft

• Keine Windkraftwerke in unerschlossenen alpinen Gebieten (also in Zonen, die frei von Infrastrukturen wie Seilbahnen, öffentlichen Straßen, E-Leitungen etc. sind)!
• Keine Windkraftanlagen in den letzten naturnahen Gebieten Österreichs, von denen zwei Drittel im alpinen Hochgebirge liegen!
• Keine Windkraftanlagen in Schutzgebieten und angrenzenden Landschaftsräumen bei erheblichen Störungen von prägnanten Sichtbeziehungen, die bis zu 10 km weit reichen können!
• Keine Anlagengenehmigungen in lärmarmen alpinen Gebieten sowie auf Flächen mit natürlicher Dunkelheit – also keine Lichtverschmutzung!
• Windkraft kann auch in speziellen Zonen im Alpenraum eine Option sein, ist aber nur bei ausgewogener Planung unter Einbindung der Bevölkerung und Sicherstellung guter ökologischer Standards sowie richtiger Platzierung der Windräder unter Wahrung des Landschaftsschutzes sinnvoll. Basis dafür sind von den Ländern lokal und regional abgestimmte Zonen, in denen alle relevanten Aspekte der Energieeffizienz, des Landschaftsschutzes, der Integrität der Landschaft, des Naturschutzes und des Artenschutzes sowie touristische Erholungsräume berücksichtigt werden. Zudem müssen bei der Ausweisung dieser Zonen allfällige relevante gesetzliche Bestimmungen wie die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie, die Vogelschutzrichtlinie und nationale Schutzgebietskategorien erfüllt werden.

Tags: Wien

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